Running Fortress


Josella Simone Playton


Erst, als die beste Ehefrau von allen nicht gleich mit dem Preis herausrücken will, werde ich aufmerksamer:

"Äh, noch einmal: Worum handelt es sich genau?"

"Naja," sagt sie, "Nachdem du doch immer meinst, ich soll mehr Sport treiben, habe ich mir diesen BH gekauft!"

'Mehr Sport treiben', das war nie genau der Punkt. 'Überhaupt Sport treiben' wäre präziser. Aber wohlweislich will ich das Thema nicht aufrollen.

"Ja, und - warum erzählst du mir das?" Wirklich merkwürdig. Sie hat sich schon einen ganzen Satz Kostüme gekauft, ohne mir ein einziges Wort zu sagen.

"Naja, es wird etwas knapp beim nächsten Urlaub, und ich meine, vielleicht könntest du deinen Anteil etwas höher ..."

"Wieso wird es knapp beim nächsten Urlaub?"

"Weil dieser BH nicht ganz billig war."

"Was hat er denn gekostet?"

"Du hast mir doch einmal dieses 'Laufbuch für Frauen' gekauft, und weil da drinnen ..."

"Was hat er gekostet?"

"Und weil ich ..."

"Was hat er gekostet?"

Sie sagt es mir.

"WAS?"

"Ich sagte ja, daß ..."

"Du willst doch nicht sagen, daß ein einziger ..."

"Nun reg dich nicht auf!"

"... ein einziger BH so viel ..."

"Schrei mich nicht an! Es ist mein Geld! Ich habe es selbst verdient! Ich kann damit machen, was ich will!"

"Gerade noch hast du mich um einen zusätzlichen Zuschuß für den nächsten Urlaub ersucht!"

"Das ist dein Geld! Darüber reden wir nicht! Und außerdem, andere Männer kaufen ihren Frauen ..."

"... keine BHs für ..."

"Das geht dich nichts an!"

"Warum erzählst du es mir dann?"

"Du gehst mir auf die Neven!"

Sprichts und verläßt das Zimmer. Als sie merkt, daß sie dabei die Tür nicht laut genug zugemacht hat, macht sie sie noch einmal auf und knallt sie richtig zu. Das macht auf mich gar keinen Eindruck: Die Reparaturen müssen wir zu gleichen Teilen bezahlen. Laut Mietvertragsbegleitvertrag, auf den wir uns gemäß Ehevertragseinführungsvereinbarung geeinigt haben.

Aber wenn dieses Ding tatsächlich soviel - das muß ich rauskriegen.

Die beste Ehefrau von allen ist die nächsten Stunden nicht ansprechbar. Aber sie hat ihre eingekauften Sachen im Flur stehen lassen. Das sollte ich mir mal leisten! Besonders mit diesen Tüten, die teilweise naß vom hier drin schnell tauenden Schnee sind! Na ja: Auf diese Weise kann ich mal nachforschen, was es damit auf sich hat.

Die Verpackung der Firma TRI.OOP.MPH. ist nicht schwer zu finden. Das Preisschild drauf auch nicht. Es stimmt: Nach meinem Dafürhalten bezahlt man für einen BH zwischen 6.- und 60.-, woher die Preisunterschiede auch immer kommen mögen. Dieses Ding hat 840.- gekostet - fast einen Riesen. Was hat sie sich da bloß wieder andrehen lassen?

Ich mache mir gleich eine geistige Notiz: Eine Extraausgabe von 840.- rechtfertigt noch lange nicht, daß ich mehr als die Hälfte unseres nächsten Urlaubes bezahle. Mein PC hat schließlich mehr als zehnmal soviel gekostet, und das ist ja auch 'mein Privatvergnügen', Zitat Ende.

Aber dieser Preis, das ist wirklich komisch. Die Firma TRI.OOP.MPH. ist bekannt - die könnten sich niemals leisten, daß irgend jemand ihre Produkte völlig überteuert in den Handel bringt. Also was steckt dahinter?

Die Verpackung ist so groß wie eine Pizza. Sind es am Ende mehrere? Davon hat sie nichts gesagt. Meistens gehen die Dinger doch in eine sparsame Plastikfolie eingeschweißt über den Ladentisch. Glaube ich.

Ich entschließe mich, die Verpackung aufzumachen. Falls Madame jetzt auftritt, kann ich ja immer noch behaupten, die nächste Waschmaschinenladung vorzubereiten und dieses neu gekaufte Textil routinemäßig gleich mit hineinzupacken.

Wenige Sekunden später bin ich weiser: Es ist nur ein einziger BH, er ist - völlig überflüssigerweise - trotz der Verpackung noch einmal in Plastikfolie eingewickelt, und auf dieser ist in deutlicher Schrift aufgedruckt: 'Nicht waschmaschinenfest'. Nun gut - ich habe es ja noch nicht getan. Hatte ich ja eigentlich auch nicht wirklich vor.

Der größte Volumenanteil dieser Pizzaverpackung wird von einer Broschüre eingenommen. Ich möchte wissen, wieso man so viele Seiten braucht, um den Gebrauch eines BHs zu erklären - den Unterschied zwischen telegenem und praktischem Ausziehen eines solchen sollte jede normal gelenkige Frau eigentlich kennen.

"Was machst du da?" Die plötzliche Stimme hinter meinem Rücken veranlaßt mich, erschrocken herumzufahren. Das ist strategisch ungeschickt: Bei der besten Ehefrau von allen darf man nicht versehentlich schuldbewußt gucken: Sie wird dann schon einen Grund finden.

"Gib das her! Es geht dich nichts an!"

Sie stopft den BH in die Pizza-Schachtel, diese in eine der Einkaufstüten, rafft alle Tüten zusammen und ist im Nu wieder in ihrem Zimmer verschwunden. Ihren Blicken nach zu urteilen war niemand im Flur anwesend - nicht einmal ich. Glatter Zufall, daß sie nicht durch mich hindurchmarschiert ist.

Die Tauwasserpfützen auf dem Boden hat sie also offenbar übersehen.

Da verziehe ich mich eben in mein Arbeitszimmer - mit der Broschüre. Die hat sie nämlich auch übersehen! - Natürlich muß ich sie schnell lesen, denn irgendwann wird sie merken, daß etwas in der Packung fehlt.

Die Firmengeschichte des Hauses TRI.OOP.MPH. überschlage ich. Erwähnung der anderen Produktsparten ist schon interessanter: Wer Dessous machen kann, kann auch Fallschirme und Biwakzelte für arktische Umgebungen und Tischdecken machen. Aber GREENPEACE paßt darauf auf, daß sich nicht zu viele Touristen in die Nähe der Pole verirren, für das große Geschäft mit den Fallschirmen gibt es im Moment einfach nicht genug Kriege, und Tischdecken halten zu lange. Also stehen drei der vier Beine des Hauses TRI.OOP.MPH. auf betriebswirtschaftlich tönernen Füßen. Nur Dessous gehen wirklich gut. - Soweit die ersten dreißig Seiten.

Nach den Fallschirmen und Sturmzelten also die Spezialwäsche. Erstmal Erotik. Ich blättere weiter, bis die abgebildeten Modelle wieder unauffällig geschnitten und weiß und für Tutti-Frutti völlig ungeeignet sind.

Jetzt Sportbekleidung. Endlich kommen wir zum Thema. Die Standard-Anforderungen: Wasserdicht, atmungsaktiv und reißfest. Das hatten wir aber schon. Aber hier: Die aktive Faser. Dicke Überschrift. Da sind sie stolz drauf. Was ist das denn wohl? Nie gehört.

Ein Geräusch auf dem Flur. Blitzschnell habe ich die Broschüre in einer Fernsehzeitschrift versteckt.

"Was tust du?" fragt sie. Tonfall neutral, wie Verhandlungsangebot.

"Gar nichts." sage ich. Offenbar vermißt sie die Broschüre nicht oder noch nicht.

"Du mußt nicht immer gleich so hochgehen." sagt sie.

"Schon gut." sage ich. Bin wirklich ich es gewesen, der hochgegangen ist?

"Ich wollte mir mal was Nettes kaufen. Und dann schreist du mich gleich so an!"

"Ich habe mich nur über den Preis gewundert!" versuche ich, zu beschwichtigen. Verdammt noch einmal, ich will diese Broschüre weiterlesen - kann sie nicht endlich wieder rausgehen? "Wenn es einen guten Grund hat, daß das Ding so teuer ist, dann bin ich der letzte, der etwas sagt!"

"Es ist ein Lauf-BH." sagt sie, "Du hast selbst mal gesagt, ich brauche sowas!"

"Habe ich vermutet. Ich bin keine Frau, ich kann das nicht beurteilen. Aber wenn andere Läuferinnen sagen, daß man so etwas braucht, dann wird es wohl so sein!"

"Es soll so sein, als ob man gar keinen Busen hätte - also, er stört überhaupt nicht." stellt sie fest. Ich halte den Mund, denn alles, was ich dazu sagen könnte, ist jetzt nicht gefragt: Nämlich, daß jemand, die bis jetzt sowenig Sport getrieben hat wie die beste Ehefrau von allen, zunächst einmal ganz andere Probleme haben wird als einen unkontrolliert schaukelnden Busen. In unserem Alter das Laufen faktisch anzufangen ist harte Arbeit. Der Kampf mit der eigenen Anatomie kommt erst mit der Routine. Ich glaube nicht, daß meine Frau einen Kilometer schafft, ohne stehenzubleiben oder umzufallen.

Aber selbstverständlich sage ich kein Wort darüber.

"Du sagst nichts!" stellt sie vorwurfsvoll fest. Wie recht sie hat!

"Du hast recht." sage ich, "man muß es probieren! - Ich wundere mich nur ..."

"Da soll eine Broschüre beiliegen, aber die haben sie in meiner Verpackung wohl vergessen."

"Ist sie dir vielleicht irgendwo rausgefallen? Beim Auspacken oder so?" frage ich mitfühlend und halte meine Fernsehzeitschrift fest.

"Das passiert mir nicht." behauptet sie, "aber ich werde noch einmal nachsehen."

"Tu das." schlage ich vor, und Madame verläßt das Zimmer. Kein großer Krach heute. Wie schön.

Aktive Faser, lese ich weiter. Verändert in Abhängigkeit von mechanischen und thermischen Randbedingungen sowohl die elastischen als auch die dissipativen Eigenschaften. Steht tatsächlich nach den ersten paar Sätzen da. Ob die wohl wissen, daß die Durchschnittsanwenderin nicht unbedingt Physik studiert hat? Aber ein paar Zeilen weiter erklären sie es genauer:

Kleidung muß elastisch sein, steht da. Ein Gürtel würde sich sonst zum Beispiel nicht halten können. Aha. Wäre ich von alleine nie drauf gekommen. Andererseits wäre es sinnvoll, wenn ein Gürtel nachgibt, wenn man zum Beispiel tief Luft holen möchte. Ich halte ein und überlege, ob die Gürtel, die ich bisher im Laufe meines Lebens verbraucht habe, mir da eine Funktionalität vorenthalten haben. Irgendwie habe ich bis heute immer Luft holen können.

Im Falle eines Gürtels kommt man mit klassischen Textilien aus, lese ich und bin wieder beruhigt. Aber es gibt Probleme, lese ich weiter, die fast unlösbar sind, wenn man sich auf klassische Textilien beschränkt. Eines dieser Probleme sei zum Beispiel die Läuferin mit großer Oberweite. Eine Läuferin mit diesem Problem hat große Schwierigkeiten, einen ruhigen Laufstil zu finden, weil der Busen dazu neigt, unkontrolliert zu oszillieren.

'Zu oszillieren.' Steht tatsächlich da. Können die nicht schreiben: 'wackeln'? Oder 'schaukeln'? Ich sehe ja ein, daß die medizinischen Termini Technici angemessener sind als von 'schwabbelnden Titten' zu reden. Aber in einer Zeit, wo private Fernsehstationen aus dieser Erscheinung ganze Serienkonzepte machen, kann man die Dinge doch ruhig etwas mehr umgangssprachlich beschreiben, oder?

Die Broschüre ist noch dick, und ich gehe zum Schaukelstuhl hinüber, um beim Lesen ein wenig zu oszillieren. Dabei arbeite ich mich weiter in die anatomischen Probleme einer Läuferin ein.

Ein BH aus einem harten, wenig nachgiebigen Material würde diese Oszillationen zwar verhindern, biete aber wenig Tragekomfort und könne Druckstellen erzeugen. Ein zu elastischer BH würde nicht genügend Tragekraft für größere Oberweiten erzeugen. Und dazwischen hätte man gelegentlich die Situation, daß die typischen Resonanzfrequenzen gerade im Bereich der Schrittfrequenzen der Läuferinnen lägen, was zu einem sehr unruhigen Busen führe.

Allmählich bin ich froh, als Mann auf die Welt gekommen zu sein. Was ich auf diese Weise an Problemen umgangen habe!

Zurück zu den 'Unruhigen Busen'. Der Trick sei, so wird erklärt, einfach der, die elastischen Eigenschaften dieses Kleidungsstückes ständig so zu verändern, daß zu keiner Zeit ein resonanzfähiges System gebildet wird. Ich verstehe es - aber ob die normale Läuferin es versteht? - Jedenfalls läuft es darauf hinaus, daß das Material ständig, von Sekundenbruchteil zu Sekundenbruchteil, seine mechanischen Eigenschaften verändert - gerade so, daß eben nichts wackelt.

Ein Material wie dieses braucht einen eigenen Energiestoffwechsel, wird erklärt. Ohne einen solchen könnte es gewisse entgegensteuernde Kräfte gar nicht entfalten. Dieser Energiestoffwechsel wird durch zwei Quellen gesteuert: Die Dehnung des Stoffes durch äußere Kräfte, solange er sich in einem mehr zähen und unelastischen Zustand befindet, und durch das Temperaturgefälle zwischen der Läuferin und ihrer Umgebung. Das sei auch der Grund, warum man das Material keiner höheren Temperatur als etwa 45 Grad aussetzen solle. Dann funktioniert es nämlich nicht mehr richtig. Und bei sehr tiefen Temperaturen auch nicht, aber das ist keine begrenzende Randbedingung, weil eine lebende Läuferin immer eine Körpertemperatur in üblichem Rahmen hat.

"Wie gefällt es dir?" Ich fahre zusammen. Die beste Ehefrau von allen steht im Zimmer und führt das neue Wunderstück vor. "Wie sieht es aus?"

'Bieder', bin ich versucht, zu sagen, aber das verbietet sich wohl von selbst. "Es soll nicht 'aussehen'." formuliere ich vorsichtig, und das ist schon nahe an der Grenze.

"Ich probiere es mal aus."

"Was? Willst du jetzt laufen gehen? Bei dem Wetter?"

"Du läufst doch auch bei jedem Wetter!"

"Das meine ich nicht." Ach, wie formuliert man jetzt richtig? Man soll natürlich jeden Ansatz unterstützen.

"Willst du mit?" fragt sie.

"Ich? Ne. Ich habe mein Pensum schon hinter mir." Stimmt nicht ganz. Aber mit meiner Frau zusammen zu laufen - so langsam KANN ich nicht laufen. Außerdem besteht die Gefahr, daß ich mir dann wieder den ganzen Klatsch aus ihrer Firma anhören muß.

"Na gut. Dann gehe ich eben alleine."

"Tu das, Schatz." Bei dem Pro-Forma-Schmatz nach diesen Worten kann ich nur mühsam verhindern, daß sie bemerkt, daß in meiner Fernsehzeitschrift noch etwas anderes verborgen ist.

Endlich ist sie weg, und ich kann weiterlesen. Wenn sie doch auch eine Stunde durchhielte - diese Ruhe - einfach himmlisch!

Die weiteren Erklärungen über diese aktiven Fasern werden ziemlich technisch. Zunächst schreiben sie, daß sie umfangreiche numerische Simulationen haben machen müssen, um die genauen Faser-Richtungen und -Stärken und all die anderen Parameter zu ermitteln. Sie behaupten, daß dieser BH mehr Rechenoperationen als der Bau einer großen Hängebrücke verschlungen hat - anekdotisch führen sie an, daß die Firma TRI.OOP.MPH. 38 Octium-Prozessoren darüber verbraten hat. Klingt plausibel - als Insider weiß ich, daß diese Prozessoren bei Gleitkommaorperationen viel mehr Strom verbrauchen als bei allen anderen Aktivitäten. Aber daß jemand so wild Berechnungen gemacht hat, daß die Dinger darüber reihenweise kaputtgegangen sind, wußte ich noch nicht.

Sie beschreiben die Berechnungen sogar genau. Dazu Materialkonstanten. Wenn man will, könnte man diese Berechnungen wiederholen. Ich bezweifele, daß die normale Kundin das will. Aber es sieht sehr schön wissenschaftlich aus. Vielleicht ist das der Zweck der Sache: Wenn die Kundin weiß, daß sie ein High-Tech Produkt am Leibe trägt, dann ist sie viel eher mit dem hohen Preis versöhnt.

Es kommt soviel Mathematik, daß sogar mir schwindelig wird. Es ist nicht so einfach, daß man lediglich die Methode der Finiten Elemente auf eine genügend detaillierte Gitterapproximation des BHs anwenden müßte. Die elastischen Materialkonstanten einer Brücke oder eines Turmes ändern sich ja nicht - in diesem Fall sollen sie sich aber ändern. Und das macht die Rechnung kompliziert. So kompliziert, daß sie, genaugenommen, noch nicht vollständig gelöst wurde wie die Beschränkung auf Temperaturen in der Nähe der Körpertemperatur zeigt. Niemand weiß bis zur Stunde, wie sich dieser BH unter Null Grad verhält.

Ich werfe einen Blick zum Fenster hinaus. Ein Hoch im Osten versorgt uns mit Kaltluft, Nebel und Ostwinden, die Eiskristalle vor sich hertreiben. Kein Problem für einen trainierten Läufer mit angemessener Kleidung. Aber die beste Ehefrau von allen ist draußen - und die ist alles andere als trainiert. Was bedeutet in diesem Kontext, daß der BH bei extremen Temperaturen unerwartetes Verhalten zeigen könnte?

Unsinn, denke ich dann. Der BH liegt direkt auf der Haut. Selbst ich würde bei diesem Wetter mit einer Schicht aus mindestens zwei Pullovern laufen. Die beste Ehefrau von allen hat sich sicher noch dicker eingemummt. Nein, ihr mag kalt sein - diesem Super-BH sicherlich nicht.

Doch bevor ich weiterlese, geht mir noch ein anderer Gedanke durch den Kopf: Ich habe oft festgestellt, daß meine Frau, obwohl viel weniger trainiert als ich und mit einem viel weniger leistungsfähigen Kreislauf versehen, unter manchen Bedingungen Kälte besser vertragen kann. Ich habe schon herausgekriegt, woran das liegt: Ihr deutlicher Hang zum Übergewicht. Subkutane Fettdepots. Weniger durchblutet als Muskeln. Bei Anstrengung sogar noch weniger, weil der Körper das Blut woanders braucht. Bei ihr geht einfach die Körperoberflächentemperatur viel weiter runter als bei mir, bevor es ihr unangenehm wird. Ganz besonders, wenn sie sich ein bißchen anstrengt.

Nein, denke ich weiter. Ich sehe Gespenster. Die Mammae sind gut durchblutet. Da ist der Effekt nicht so stark. Und außerdem - zahlenmäßig kann man das sowieso kaum überschlagen. Ich müßte einen ähnlichen Aufwand treiben wie diese Fachleute der Firma TRI.OOP.MPH..

Ich sehe mir die Rechenmodelle noch einmal an. Zweifellos wäre es ein irrsinniger Aufwand, sie jetzt auf meinem eigenen Rechner nachzuvollziehen. Und die Originalprogramme werde ich wohl kaum bekommen. Aber was ich machen kann ist, mir einmal eine Einzelfaser genau anzusehen. Dafür kann ich die Differentialgleichungen aufstellen - nein, ich brauche sie ja bloß abzuschreiben. Mal sehen, wie das mit der Temperaturabhängigkeit ist.

Das Gleichungssystem ist elendiglich kompliziert. Und im laufendem Text wurde verschwiegen, daß es auch noch eine Abhängigkeit von der Feuchtigkeit gibt, die ihrerseits von der Schweißproduktion der Läuferin und der Luftfeuchtigkeit beeinflußt wird. Jedenfalls werde ich nicht einmal für eine einzelne Faser dieses Gleichungssystem auf meinen Rechner bringen, und eine analytisch geschlossene Lösung ist sowieso nicht möglich.

Madame ist immer noch nicht zurück. Normalerweise hat sie nach einer Viertelstunde von ihren Trainingsanfällen genug. Ob sie inzwischen genügend Motivation für höhere Trainingsanstrengungen angesammelt hat? Immerhin haben wir beide die ersten Symptome der langsamen körperlichen Talfahrt des mittleren Lebensalters. Das motiviert. Man kann das Spiel nicht gewinnen. Aber es reicht, wenn es gelingt, das endgültige Verlieren Jahrzehnte hinauszuschieben.

Alle Läufer haben Angst vorm Tod.

Wenn man ein physikalisches Problem nicht auf Anhieb lösen kann, dann versucht man, zu vereinfachen, bis man es kann. Dazu braucht man ein bißchen technischen Instinkt, damit man nicht mit einem Modell endet, in dem sämtliche Variablen des Problemes eliminiert wurden, und das einem lediglich verrät, daß 1 = 1 ist. Ich probiere ein bißchen rum. Wie ich vermutet habe, ist es schwer: Die Variablen lassen sich einfach nicht separieren, und als ich zu waghalsig vereinfache, habe ich plötzlich ein Gleichungssystem, das ein System gekoppelter harmonischer Oszillatoren beschreibt. Das ist zwar besser als 1 = 1, aber den wesentlichen Teil des Problems habe ich damit umgangen. So geht es also nicht.

Also doch numerische Simulation? Vielleicht schaffe ich es wenigstens für eine einzelne Faser. Ich fahre meinen PC hoch. Wollen wir mal den Coproz etwas heizen. Wozu habe ich denn soviel Geld für meinen 256 MHz - Octium ausgegeben?.

Die Gleichungssysteme für die Einzelfaser lassen sich noch relativ problemlos in Differenzengleichungen übersetzen. Dann irgendwelche Anfangsbedingungen, compilieren, ablaufen lassen. Runtime-Error. Also etwas mehr Sorgfalt bitte. Fehler suchen.

Die Wärmekapazität der einzelnen Faser. Schon falsch. Der BH liegt auf der Haut der Läuferin auf. Also muß ich anteilig die Wärmekapazität der Läuferin in diesen Parameter mit hineinnehmen. Das Programm wird dadurch deutlich stabiler: jetzt dauert es drei Sekunden, bis es numerisch knallt. Und die Zahlenkolonnen sind natürlich ziemlich nichtssagend, außer, daß man sieht, wie die vierstelligen Exponenten hochzählen. Eine schöne grafische Ausgabe kann ich so schnell nicht programmieren. Würde mir auch nichts nützen, solange das Modell noch nicht fertig ist.

Nächste Runde: Externe Temperaturvorgabe. Erspart einem auch das Rätselraten mit der anteiligen Wärmekapazität, die ist dann nämlich schlicht und einfach unendlich. Endlich tut sich was: Die Zahlen rasen in Rekordgeschwindigkeit über den Bildschirm. Absolut unverständlich, aber es gibt keinen numerischen Absturz mehr.

Nächster Editierzyklus. Die Ausgabe muß etwas besser aussehen. Physikalische Maßeinheiten können nicht schaden, außerdem verbanne ich jede Größe an eine bestimmte Stelle des Bildschirmes. Gutes, altes, antiquiertes 'gotoxy (,)'! Außerdem Einzeltastenabfrage der Tastatur: '+' erhöht die Temperatur um ein Grad, '-' erniedrigt sie, 'd' und 'D' halbieren beziehungsweise verdoppeln das zeitliche Integrationsintervall. Wenn man schon keinen Runge-Kutta macht, dann wenigstens Genauigkeit durch kleines Integrationsintervall.

Nächster Lauf. Es sieht ansatzweise vernünftig aus. Die Werte für Faserlänge und Kraftfluß durch die Faser konvergieren. Das sollen sie ja wohl auch. Ich ändere die Temperatur, und nach ein paar stark gedämpften Oszillationen stabilisieren sich neue Werte. Ich ändere das Programm noch einmal, um gezielte Störkräfte einkoppeln zu können - die Laufbewegungen der Läuferin. Auch jetzt funktioniert alles so, wie es in der Broschüre beschrieben wurde. Dann gehe ich schrittweise mit der Temperatur runter.

Bei plus acht Grad werden die durch Störungen ausgelösten Oszillationen nicht mehr gedämpft, sondern sie wachsen immer weiter an.

Ich probiere es mehrfach, aber das Ergebnis ist immer dasselbe: Bei acht Grad und darunter funktioniert es nicht mehr. Die Oszillationen werden so stark, daß die Kraftflüsse sogar Edelstahl zerreißen würden.

Woran liegt es? Ich lehne mich zurück.

Ist es die Beschränkung auf eine Einzelfaser? Sind es die anderen Vereinfachungen, die ich gemacht habe? Ist es ein einfacher Programmierfehler? Integrationsintervall immer noch zu groß? Aber warum funktioniert das Modell dann bei Temperaturen um die 36 C korrekt?

Der Wind rüttelt an den Fensterrahmen. Herr im Himmel! Die beste Ehefrau von allen ist immer noch nicht zurück! Sie ist seit über einer Stunde draußen, und das in diesem Schneesturm!

Hat sie am Ende mit diesem BH Schwierigkeiten? Wenn meine Simulation tatsächlich Wirklichkeitsrelevanz haben sollten - einen Moment lang stelle ich mir vor, wie der BH bei der Kälte sich in eine Schlinge aus Edelstahl-gleichem Material verwandelt, sich unerbittlich zusammenziehend.

Umziehen und in die Laufschuhe. Was soll ich mitnehmen? Ersatzbekleidung? Besser nicht. Ich muß vielleicht schnell sein. Immerhin finde ich noch Zeit, vorm Loslaufen die Simulation noch einmal mit noch kleinerer Schrittweite zu starten - ich will nachher noch genauere Werte haben.

Der Wind hat längst alle Spuren verweht. Dann gibt es viele Möglichkeiten, wo sie gelaufen sein könnte. In der Stadt wären die Möglichkeiten in diesem Punkte eingeschränkter. Ich muß einige wahrscheinliche Kurse in der Nähe unseres Hauses ablaufen. Alles kurze Strecken, aber es summiert sich.

Besonders die Waldwege, wo bei diesem Wetter kein Mensch geht, muß ich ablaufen. Wenn man dort hilflos liegenbleibt, und das bei diesem Wetter, dann ist es aus. Und immer wieder die Abstecher zur Seite, wenn da ein schneeverwehter Haufen in der richtigen Größe liegt.

Eine gute Stunde später bin ich ziemlich fertig - nicht wegen der Länge der Strecke, denn das sollte ein Läufer jederzeit aus dem Stand heraus können - sondern wegen der unsystematischen Streckenauswahl.

Im Flur große feuchte Flecken auf dem Teppich. Die sind nicht von mir.

"Dusche ist gleich frei!" ruft die beste Ehefrau von allen aus dem Badezimmer. Ich stecke meinen Kopf in die Nebelkammer:

"Warst du denn bis eben unterwegs?"

"Ach wo. Als ich bei den Olberts vorbeikam, hat mich die Sybille abgefangen. Wir haben Kaffee getrunken."

"Die ganze Zeit?"

"Ja. Was dagegen?"

"Natürlich nicht." sage ich und verlasse das Badezimmer. Ich könnte sie ja fragen, warum sie duschen muß, wenn sie nicht gelaufen ist. Aber der verständnisvollste Ehemann von allen weiß, wann er nicht mit Logik kommen darf.

Durchgeschwitzt, wie ich bin, lasse ich mich aus den Stuhl vor meinen Rechner fallen. Ich habe wohl Gespenster gesehen. Immer noch die sich schnell verändernden Zahlen auf dem Bildschirm, die mich jetzt aber nicht mehr sonderlich interessieren. Irgendwie riecht es verbrannt - das kommt vor, nach anstrengenden Läufen. Kaum ein biochemischer Parameter des Körpers hat seinen Normalwert, warum soll es also nicht olefaktorische Halluzinationen geben? Ich kenne das.

Ein Geräusch hinter mir. "Kannst du mir die Haare abtrocknen?"

Wenn sie gerade sauer auf mich ist, kann sie das selbst. Keine Logik jetzt - ich ergreife das Handtuch.

"Was habt ihr euch denn solange erzählt, die Sybille und du?" frage ich beim Rubbeln.

"Nichts besonderes. Die Palmbergs haben einen neuen Wagen, obwohl er nicht befördert worden ist, wer bei dem Begräbnis der Anja Müller dabei war und wer nicht, und warum die Gloxauers sich scheiden lassen wollen. Aber das ist ja alles ganz uninteressant."

So uninteressant, denke ich, daß man darüber zwei geschlagene Stunden lang drüber reden kann. Ich rubbele weiter.

"Wußtest du, daß die Müllerin gar nicht an Herzversagen gestorben ist?"

"Nein, das wußte ich nicht. Ich hatte etwas von einem Narkosefehler bei einem Routineeingriff gehört." In einem so kleinen Dorf kann man manchmal nicht vermeiden, daß man solche Dinge erfährt, selbst, wenn man gar nicht am Dorfklatsch teilnimmt.

"Sie ist ermordet worden!" stellt die beste Ehefrau von allen fest. Tonfall wie: 'Wir haben im Lotto gewonnen'.

"Tatsächlich?" frage ich. Tonfall ungläubig. So etwas passiert in diesem Dorf nicht. Tödliche Autounfälle, das ja - niemand geht hier zu Fuß, weil diese Bauern sich ständig ihre neuesten BMWs gegenseitig vorführen müssen - aber Mord?

"Ja! Sie war vom Laufen nicht zurückgekommen!"

"Ich dachte, sie hätte das Laufen vor Jahren aufgegeben."

"Hat sie nicht. Sie war draußen und ist nicht zurückgekommen. Dann hat man sie gefunden. Tot. Sie lag auf der Forststraße zwischen Sauerlach und hier."

"Und wieso soll sie ermordet worden sein?"

"Sie soll fünf gebrochene Rippen gehabt haben, einen Pleuralerguß, einen Lungenanriß und eine zertrümmerte Mitralklappe - was immer das ist."

"Das ist eine von den Herzklappen. Bist du sicher, daß sie das alles gehabt hat?"

"Ja. Jeder im Dorf weiß es."

Ich bin sicher, daß es jeder im Dorf weiß. Wenn's einer weiß, dann wissen es alle.

"Was würdest du bei diesen Verletzungen tun?" fragt die beste Ehefrau von allen.

"Ich glaube, ich würde auch sterben."

"Sei nicht albern! Du weißt genau, was ich meine! - Kann man sich so etwas bei einem Sturz zuziehen?"

Ich höre zu rubbeln auf.

"Nein. So etwas kann man sich zuziehen, wenn man einen Gleitschirmabsprung von der Zugspitze ohne Gleitschirm probiert. Oder wenn man mit einem PKW kollidiert."

"Siehst du," sagt sie, "zwischen Sauerlach und hier gibt es keine Berge, und die Forststraße ist für den Verkehr auch gesperrt. Also war es Mord!"

"Und wer sollte eine harmlose Läuferin in mittleren Jahren umbringen? Und gerade so?"

Darauf weiß sie natürlich auch keine Antwort. Und ich denke natürlich an den BH. Kann sein, daß die Anja auch so ein Ding gehabt hat. Aber so eine massive Thoraxquetschung - ich kann es irgendwie nicht glauben.

Natürlich könnte ich jetzt meine Frau fragen, ob die Anja auch so einen Lauf-BH gehabt hat. Aber es gibt tatsächlich Dinge, die in diesem Dorf nicht jedem bekannt sind. Außerdem müßte der Gerichtsmediziner das festgestellt haben. Andererseits - hätte er die richtigen Schlüsse gezogen?

"Willst du das Laufen heute noch nachholen?" frage ich scheinheilig.

"Nein. Kannst du mir einen Gefallen tun?"

"Welchen?" frage ich vorsichtig.

"Du bist doch mit der nächsten Maschinenladung dran. Schmeiß das Ding rein! Es ist ganz durchgeschwitzt!"

'Wovon?' will ich fragen, aber statt dessen fällt mir ein: "Ist nicht waschmaschinenfest! Stand jedenfalls drauf."

"Na und? Dann mach es mit der Hand!" Und verläßt das Zimmer, bevor ich argumentativ darauf hinweisen kann, daß es sich um IHR Kleidungsstück handelt, und nicht um meins, und daß ein einmaliger Gebrauch noch keinen Waschvorgang rechtfertigt.

Aber es ist mir im Moment nur zu recht. Jetzt, wo ich das Ding in der Hand habe, könnte ich rasch einige Experimente machen. Ist vielleicht zuverlässiger als diese stark vereinfachten Simulationen.

Aber dann überlege ich es mir anders. Experimente kosten zuviel Zeit. Für den Fall, daß die Anja wirklich - sicher war es ein Unfall, es fahren ja immer wieder Leute verbotenerweise auf Forststraßen, und dann Fahrerflucht - aber doch, ein Zweifel bleibt.

Ich will auch das kleinste Risiko ausschließen, daß die beste Ehefrau von allen ein ähnliches Schicksal erleidet. Der Familienfrieden muß jetzt einmal vorsätzlich geopfert werden. Ich bereite eine Waschmaschinenladung mit Kochwäsche vor. 90 Grad, Persil-3-Temperatur und Calgon. Man weiß ja, wie man sowas macht.

Das wird der BH kaum überleben!

Als wenig später die Maschine vor sich hin murmelt, diskontiere ich die voraussichtlichen Kosten auf: 840.-, und wahrscheinlich ein Abendessen. Was tut man nicht alles, um der besten Ehefrau von allen das Leben zu retten!

Wenn das ganze eine erfundene Geschichte wäre, denke ich, dann würde der Super-BH jetzt, unter den extremen Bedingungen in der Waschmaschine, in letzte, heftige Kontraktionen verfallen, die Waschmaschine sprengen und ein spektakuläres Loch in die Wand reißen. Aber dank meiner Voraussicht wird niemand zu Schaden kommen. Einigermaßen mit mir zufrieden gehe ich an meinen Rechner zurück.

Im Film gäbe es jetzt eine triumphierende Musik. 'Wie ich den Killer-BH besiegte'. Der Held kehrt ins Alltagsleben zurück, noch seine Enkel werden die Legende seiner Taten weitererzählen. Aber dies ist das Leben, und in demselben enden manche Vorgänge unauffällig, die wirklichen Helden werden nicht als solche erkannt, und niemand wird je erfahren, welche Katastrophen sie verhindert haben.

Der Bildschirm ist schwarz, in der Luft hängt jetzt ein deutlicher Duft nach angesengter Isolation. Weder RESET noch Ein- und Ausschalten vermögen ihn in das Leben zurückzurufen. Stunden später, nach Aus- und Wiedereinbau der meisten Karten und intensivem Studium von Tischers 'PC intern 7.0' ist es dann Gewißheit:

Aus irgend einem blöden, vielleicht algorithmisch bedingtem Grunde ist mein schöner, neuer, teurer Octium-Prozessor durchgeschmort, nicht ohne zuvor das Netzteil überlastet zu haben, was seinerseits in seinem letzten Aufbäumen die volle Netzspannung auf das Motherboard und die Speicherbänke geleitet hatte, wobei der dabei entstehende Rauch die Ionenaustauschfilter der Festplatten neutralisierten, wodurch in letzteren die Aufzeichnungsarme mit dem Medium eine permanente, monolithische Verbindung eingingen, was diesen nicht einmal geschadet hat, weil sie die Curie-Temperatur bei diesem Vorgang ohnehin schon überschritten haben.

Als wenn der Schicksalsschläge nicht genug wären, informiert mich dann eine tobende, ehedem beste Ehefrau von allen, daß ich vergessen habe, der Waschmaschine den Wasserhahn anzudrehen, was diese, da sie keine eingebaute Intelligenz hat (ich habe seinerzeit nicht eingesehen, warum ich auch noch für einen Mikroprozessor in einer Waschmaschine bezahlen sollte, wenn man genausogut aufpassen könne, was man macht), nicht zum Anlaß genommen hat, den Waschvorgang zu unterbrechen, wodurch unser gesamter Bestand von Baumwollunterwäsche in Baumwollunterwäscheoxid verwandelt worden ist.

Hätte ich nicht aufpassen können, fragt sie, und warum stinkt es aus deinem Arbeitszimmer auch so verbrannt heraus, sagt sie, in diesem Haus kann man sich ja nirgends mehr aufhalten, sagt sie, und ich soll ihr nicht mit diese Ausreden mit dem kaputten Rechner kommen, sagt sie, und soll ich vielleicht die ganze Zeit auf der Waschmaschine hocken, frage ich, aber ich habe nichts zu fragen, denn sie hält etwas hoch, und ich erkenne den Super-BH der war doch besser, als ich dachte, denn der hat es in deutlich erkennbarer, wenn auch nicht mehr benutzbarer Form überlebt siehst du das hier, fragt sie, das ist doch Absicht gewesen, sagt sie, du hast doch gewußt, daß der nicht waschmaschinenfest ist, sagt sie, und jetzt halt endlich den Mund sagt sie und ich sage ich sage doch gar nichts und außerdem ist mein Rechner kaputt und das hat viel mehr gekostet aber sie sagt das ist ihr egal und ich soll mich mit meinem Spielzeug nicht so anstellen und wer bezahlt jetzt das Ding und wer bezahlt die Waschmaschine und wer bezahlt die verbrannte Wäsche sagt sie und ich soll sie ausreden lassen sagt sie und ich frage wer bezahlt meinen Rechner und sie sagt jetzt erst einmal die wichtigen Sachen und, oh Himmel, ich habe das alles so satt.


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Der Abdruck dieser Geschichte erfolgte mit freundlicher Genehmigung des Heise-Verlages. Copyright © 1999 bis 2008 und alle Rechte verbleiben beim Heise-Verlag. Abweichungen zur ursprünglich abgedruckten Fassung sind möglich, aber nicht beabsichtigt und alleine meiner Unkonzentriertheit zuzuschreiben.


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